B799: H.-P. Jacobitz & T. Königshofen (Hrsg.) - „Gruppe Internationaler Kommunisten (Holland): Internationale Rätekorrespondenz“

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Wieder eine interessante Arbeit. 504 Seiten.
Dezember 2020. Leider über den Buchhandel kaum käuflich zu erwerben. Die "Self-Publisher" machen uns fertisch und halten uns auf Trab.

In den Jahren 1934 bis 1937 gab die GIK eine unregelmäßig erscheinende deutschsprachige Zeitschrift, die „Internationale Rätekorrespondenz“ heraus, die in 22 Ausgaben die gesamte Weltsicht der Rätekommunist*innen dokumentierte. In dem Buch „Gruppe Internationaler Kommunisten (Holland): Internationale Pressekorrespondenz“ werden sämtliche Ausgaben der Internationalen Rätekorrespondenz dem/der Interessierten zur Lektüre überlassen. Die Herausgeber*innen haben in Zusammenarbeit mit der Association Archives Antonie Pannekoek (a.a.a.p.) in Brüssel und dem International Institute for Social History in Amsterdam (IISG) die zum Teil kaum noch lesbaren Reproduktionen der Zeitschrift transkribiert und korrigiert sowie mit Vor- und Nachwort versehen.

Das Studium der schon fast 90 Jahre alten Schriften kann eine theoretische Grundlage für aktuelle soziale Bewegungen sein. Hierzu ein Zitat aus dem Nachwort: „Aktuell sind dezentrale Bewegungen zu beobachten, die ganz bewusst die Regeln der demokratischen erlaubten Meinungsäußerung verletzen, indem sie nach ihrer Diagnose von menschenunfreundlichen Umständen zur Tat schreiten. Aktionen gegen die kapitalistische Benutzung und Zerstörung von Natur und Umwelt oder gegen die profitorientierte Wohnraumbewirtschaftung werden von Betroffenen gemeinsam und eigenständig organisiert, wobei sie sich gegenüber politischen Einrichtungen, die den Protest vereinnahmen wollen, äußerst misstrauisch verhalten. Sie weigern sich, Spielball oder Wahlkampfmunition von herrschenden Parteien und Institutionen zu sein, die ihrer Ansicht nach die beklagten Verhältnisse zu verantworten haben. Eine große Rolle für die Vernetzung der rebellischen Gruppen spielen alternative lokale Zeitungen, die die Aktivitäten unterstützen und publizieren.

Natürlich gibt es immer noch gewerkschaftlich organisierte Lohnkämpfe, die sich aber weniger durch eine kompromisslose Strategie der Durchsetzung von Forderungen auszeichnen. Hingegen will die Gewerkschaft in den Auseinandersetzungen mit den Arbeitgebern ihre Rolle als anerkannter Partner in der Betreuung sozialpolitischer Konflikte bestätigt sehen.

Aus rätekommunistischer Sicht gibt es auch heute keine guten Gründe, Kompromisse mit Staat und Kapital zu schließen. Sie führen alle auf die Unterwerfung unter die Berechnungen kapitalistischer Kalkulationen oder die Gewalt des Staatsapparates hinaus. Dagegen fordern Rätekommunisten eine neue, selbst gestaltete Gesellschaft, deren Attraktivität nicht zu verleugnen ist.“

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